Der gute Psychologe - Noam Shpancer


Knaus Verlag / 19,99 € Gebunden / 288 S. / Erschienen 12. September 2011


Klappentext:

"Er ist Psychologe, sein Spezialgebiet die Angst. Am Tag praktiziert er, am Abend erklärt er Studenten, was eine gute Therapie ausmacht. Als er wenig begeistert eine Nachtclubtänzerin mit Auftrittsphobie als Klientin annimmt, ahnt er nicht, wie sehr deren Probleme und Geheimnisse auf sein eigenes Leben abstrahlen werden.
Sie kommt freitags um vier, und für sie hat der Psychologe eine Ausnahme gemacht, denn eigentlich arbeitet er nur bis drei. Doch der Fall der Nachtclubtänzerin, die wegen Panikattacken auf der Bühne nicht mehr auftreten kann, interessiert ihn. Über ihren Fall kann er mit seiner Kollegin Nina sprechen. Das lässt Nina zu. Nicht aber, dass er über seine Liebe zu ihr redet. Obwohl es ein gemeinsames Kind gibt. Der Psychologe versucht, seine Gefühle im Zaum zu halten. Er predigt seinen Studenten, was ein guter Psychologe alles können muss. Was er auf keinen Fall tun darf. Und dann passiert es ihm doch: Die Grenze zwischen dem Persönlichen und dem Professionellen wird auf gefährliche Art verwischt."


Eindruck:

Dies ist definitiv kein Roman, den man schnell und oberflächlich lesen sollte, sonst würde einem als Leser einiges entgehen. Die Geschichte ist entlang folgender Handlungsstränge gegliedert: Die Therapiesitzungen mit der Nachtclubtänzerin, die Vorlesungen am College und die Beziehung zwischen dem Psychologen und Nina. Diese Handlungsstränge werfen für den Leser spannende Fragen auf und man beginnt allmählich selbst nach psychologischen Erklärungsansätzen für das Verhalten der Romancharaktere zu suchen. Witzigerweise wird der Psychologe über das ganze Buch hinweg nie namentlich erwähnt, sondern bleibt schlicht und einfach der "Psychologe". Besonders die zahlreichen Beispiele, die der Psychologe mit seinen Studenten durchdenkt, sind interessant und anspruchsvoll; der Verlauf der Geschichte rückt allmählich in den Hintergrund. Gleichzeitig kommt jedoch der Erzählstrang zwischen dem Psychologen und Nina ein wenig zu kurz. Vor diesem Hintergrund hätte der Roman durchaus noch einige Seiten mehr verdient. 
Der Leser wird über die Erzählung hinweg angeleitet, über Dinge wie Existenz, Angst, Wissen und Traurigkeit nachzudenken. Shpancer gibt mit diesem Buch eine tolle Einführung in die Psychologie, ohne dass der Leser das Gefühl hat, ein Lehr- oder Sachbuch zu lesen.
Eine Empfehlung für alle, die sich auf unterhaltsame und exemplarische Weise an die Psychologie herantrauen möchten!






Kommentare

  1. Obwohl ich nicht oft Bücher lese, war der Text sehr begeisternd und hat viel Spannung erzeugt🌹

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  2. Freut mich sehr! Vielleicht kommst du ja irgendwann noch auf den Geschmack (viel) zu lesen :)

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