Schwarze Magnolie - Hyeonseo Lee



Heyne Verlag / 19,99 € Gebunden / 416 S. / Erschienen 13. Juli 2015


Klappentext: 

"Hyeonseo Lee wächst in Nordkorea auf. Das Wort des »großen Führers« Kim Il-sung ist unangefochtenes Gesetz, öffentliche Hinrichtungen sind an der Tagesordnung. Als Mitte der 1990er-Jahre eine Hungersnot ausbricht, wird Hyeonseo Lee als Teenager ganz allein nach China zu Verwandten geschickt. Dort lebt sie zehn Jahre lang als illegale Einwanderin, ständig in der Angst, von den chinesischen Behörden aufgegriffen und abgeschoben zu werden. Schließlich wagt sie den Schritt und gelangt unentdeckt nach Südkorea. Dort ist sie ganz auf sich allein gestellt, ohne Freunde, ohne Verwandte. Eines Tages erhält sie die Nachricht, dass ihre Familie aufs Land abgeschoben werden soll – wegen der schlechten Versorgungslage in Nordkorea ein fast sicheres Todesurteil. Hyeonseo Lee macht sich auf, ihre Mutter und ihren Bruder zu retten. Kann es gelingen, eine ganze Familie heimlich außer Landes zu bringen? Eine abenteuerliche Flucht beginnt."

Eindruck:

Das Buch ist inhaltlich in zwei Teile untergliedert. Zunächst beschreibt die Autorin ihre Kindheit und Jugend in Nordkorea. Lee bringt dem Leser nicht nur ihr eigenes Umfeld näher, sondern auch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umstände und Eigenarten. Sie verdeutlicht, dass die Zustände im Land durch die Nordkoreaner überwiegend als völlig normal und natürlich wahrgenommen werden. Dabei wird dem Leser auch bewusst, dass dieser Lebensabschnitt untrennbar mit dem Leben der Autorin verbunden bleibt und ihre Persönlichkeit bis heute prägt. Bereits im ersten Teil wird man als Leser sehr schnell mit Lee vertraut und kann mit ihr mitfühlen. 
Der zweite Teil thematisiert ihre jahrelange Flucht und den Beginn eines neuen, freien Lebens. Lee beschreibt ihre schrecklichen und hoffnungsvollen Erlebnisse und Erfahrungen unverblümt, was den Leser durchaus emotional aufwühlt. 
Die Autobiografie zieht den Leser in ihren Bann, indem sich Tiefpunkte und Erfolge im Leben der jungen Lee ständig abwechseln. Einzelne Bilder und Karten begleiten die Geschichte und bringen die Charaktere und deren Schicksale dem Leser näher. Der Schreibstil ist sehr flüssig und nicht ausschweifend, was das Buch definitiv nicht zu einer dieser trockenen, detailüberfrachteten Biografien macht. Diese Geschichte bleibt sicherlich länger im Gedächtnis.
Wer sich für das Leben in Nordkorea und die Flüchtlingsthematik interessiert oder einfach nur eine außergewöhnliche Lebensgeschichte einer jungen, mutigen Frau lesen möchte, ist bei diesem Buch goldrichtig!






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